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ERHARD HEUTE

DER AKTUELLE KOMMENTAR VON ROLAND KOCH,
VORSITZENDER DER LUDWIG-ERHARD-STIFTUNG
In der Krise helfen einfache Antworten

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Kommentar zu einer Veranstaltung unserer Stiftung über die wirtschaftlichen Risiken und Chancen schwarz-grüner Kooperationen stehen. Doch den werden Sie jetzt erst nach Ostern – Karfreitag ruht der Kommentar – lesen können.

Der vergangene Montag mit einer schier endlosen Konferenz zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten sowie der Rückzug vom Beschluss der Konferenz am Mittwoch lassen uns immer noch erstaunt, verwundert oder auch frustriert zurück. Das Leben in Wirtschaft, Freundeskreis und Schule hat immer weniger Luft zum Atmen. Wut macht sich breit, und die Rechnung, die wir unseren Kindern hinterlassen, wird um Milliarden und Milliarden höher.

Klar ist: Die Pandemie gefährdet Leben, und wir müssen uns schützen. Ohne Impfung ist dies alles schwer zu schaffen, aber die Zeit der Verbote muss und kann auch schneller zu Ende gehen. Ich mache drei Vorschläge, die über Einzelversuche einiger Bundesländer hinausgehen:
  1. Zur Blamage im Management: Alle Ministerpräsidenten und das Kabinett werden sofort geimpft. Die Verhandlungen finden wieder persönlich statt. Diese langatmigen und zeitraubenden Debatten per Video, die am Ende dazu führen, dass sich diejenigen vier Personen, die in Berlin sitzen, zu den ernsthaften Verhandlungen zurückziehen, bringt Ergebnisse, die weit unter dem Niveau liegen, zu dem unsere führenden Politiker fähig sind. Das ist jetzt eindrucksvoll dokumentiert und könnte für manchen in der Wirtschaft als Lehre dienen.

  2. Zu den Tests: Die Zeit der weiteren Versuche ist vorbei. Nach Ostern kann jede Veranstaltung durchgeführt werden, zu der alle Teilnehmer sich höchstens sechs Stunden zuvor einem dokumentierten Test unterzogen haben. Das gilt auch für Einkaufszentren, Innenstädte, einzelne Läden sowie Kultur- und Sportveranstaltungen. Die Tests müssen von den Unternehmen oder Veranstaltern organisiert und selbst finanziert werden. Da braucht man keine dauerhafte Staatsfinanzierung. Wir werden sehen, dass wir binnen weniger Tage Handel und Kultur wieder zum Leben erweckt haben, ohne dass eine Behörde Testzentren bauen und Haushaltspläne ändern muss. Und die Kosten für Tests werden – wie alle Erfahrung mit marktwirtschaftlichen Lösungen belegt – schnell auf ein vernünftiges Maß sinken.

  3. Gegen unsere Daten-Dummheit: Mit der Öffnung der Einrichtungen werden Nachverfolgungs-Apps genutzt, die eine weitgehend automatisierte Nachverfolgung von den im Ausnahmefall immer noch in diesen Räumen nicht auszuschließenden Ansteckungen ermöglichen. Die Öffnungen werden mit der Benutzung einer App, sei es die staatliche oder eine private, verbunden. Wer Angst vor Apps hat, kann leider nicht rein.
All diese Maßnahmen finden unter nicht zu detaillierten, sondern mehr grundsätzlichen Anordnungen der Infektionsschutzbehörden statt. Um eine neue typisch deutsche Diskussion zu vermeiden, übernimmt der Staat zunächst bei Fahrlässigkeit entstehende Haftungsfälle der Veranstalter, was allemal billiger ist als jede Stunde Lockdown. Die Öffnung der Schnittstellen der Gesundheitsämter zu den Gesundheitsbehörden wird für alle Kommunen Pflicht.

Wenn wir dieses System schaffen, was ja den Luftfahrtunternehmen für die „Nationale Anstrengung Mallorca“ schon ermöglicht wurde, können wir uns um das Impfen kümmern. Dazu konnten Sie in meinem Kommentar vor Kurzem schon ein Plädoyer für den Markt lesen. Es mag sein, dass manche das als eine unzulässige Vereinfachung betrachten. Ja, es ist eine Vereinfachung. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass anders die Schäden an Freiheit, Wohlstand und Demokratie unbeherrschbar werden.

Warum Sie das in einem Kommentar der Ludwig-Erhard-Stiftung lesen? Die weitgehende Freigabe der Preise im Jahr 1948 durch Ludwig Erhard war das Herzstück der Wirtschafts- und Währungsreform, die das sogenannte Wirtschaftswunder erst ermöglichte – und sie war eben eine radikale, für jedermann zu erfassende Vereinfachung. Erhard wusste, dass in Krisen nur einfache und daher verständliche Antworten die Lage verbessern. Und nur wenn Antworten verständlich sind, finden sie auch Akzeptanz in der Bevölkerung. Es ist Zeit, sich daran zu erinnern.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein schönes Osterfest! Ruhig wird es in jedem Fall.



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„Resignation vermag das Schicksal nicht zu wenden; es gibt grundsätzlich keine wirtschaftliche Situation, aus der nicht Wille und Vernunft Auswege und Wege zu neuem Aufstieg finden lassen.“

––
Ludwig Erhard (1945)
Kopf Ludwig Erhard
Angaben gemäß § 5 TMG
Ludwig-Erhard-Stiftung e.V.
Johanniterstraße 8
53113 Bonn
Telefon: 02 28/5 39 88-0
Telefax: 02 28/5 39 88-49
info(at)ludwig-erhard-stiftung.de
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Vereinsregister:
19VR3228, Amtsgericht Bonn
Vertretungsberechtigt gemäß Satzung:
Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch, Vorsitzender
Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Blum, stellvertretender Vorsitzender
Prof. Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl, stellvertretende Vorsitzende
Sarna Röser, stellvertretende Vorsitzende
Dr. Joachim Seeler, stellvertretender Vorsitzender
Linda Teuteberg MdB, stellvertretende Vorsitzende
Dr. Nicolaus Heinen, Schatzmeister

Inhaltlich verantwortlich (gemäß § 55 RStV):

Lars Vogel
Johanniterstraße 8
53113 Bonn
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