Ludwig-Erhard-Stiftung Newsletter Januar 2017
DIESE E-MAIL ONLINE ANSCHAUEN
NEWSLETTER
JANUAR 2017
Liebe Mitglieder und Freunde der Ludwig-Erhard-Stiftung!
Jahresrückblicke sind eine eigenartige Sache: Das private Glück, der Erfolg im Beruf oder die Entwicklung der Ludwig-Erhard-Stiftung sowie das Gedeihen unseres Landes können unterschiedliche Entwicklungen nehmen. Und: Nur Pessimisten schauen im Zorn zurück und erwarten von der Zukunft weitere Verschlechterung. Optimisten hingegen blicken gelassen zurück. Sie lassen aus der Aufregung des Augenblicks heiße Luft ab und erinnern sich an das Schöne. Und für die Zukunft? Es wird schon besser werden!

Für die Stiftung und – hoffentlich auch für Ihren privaten Lebensbereich – war das vergangene Jahr sehr erfolgreich. Ludwig Erhards Name strahlt wieder etwas heller. Ihre Unterstützung, der Vorstand und die Arbeit der Geschäftsstelle haben dies möglich gemacht.

Die Verleihung des Ludwig-Erhard-Preises für Wirtschaftspublizistik an Holger Steltzner und Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder mit der Laudatio von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble war sicherlich der inhaltliche Höhepunkt und hat unserer gemeinsamen Arbeit viel Aufmerksamkeit gebracht.

Die Ernennung von Hans D. Barbier und Professor Christian Watrin zu Ehrenmitgliedern war ein Ereignis, an dem viele Mitglieder teilgenommen haben und – wohl erstmals in der Stiftung – auch Kinder und Enkel. Das hat alle Beteiligten gefreut: die Stiftung nicht nur als intellektuell scharfe, aber emotional „kalte“ Einrichtung, sondern als Gemeinschaft von Menschen, die die Botschaft der Marktwirtschaft leben und weiterreichen.

Viele Projekte sind noch in der Entwicklung. So wollen wir nach dem Umbau der Internet-Seite demnächst deren Inhalte wieder auf Papier zur Verfügung stellen. Das „Umdrehen“ des Produktionsprozesses – erst Internet, dann Papier – macht es möglich, dies schnell und kostengünstig zu gestalten. Dann erscheinen also die „Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik“ bei Bedarf auch wieder in fester Form. Im kommenden Jahr werden wir uns stärker der Information junger Journalisten widmen. Der Verfall ordnungspolitischer Kenntnis in den Medien ist ja Teil der derzeitigen Misere der Wirtschaftspolitik. Zu den Projekten gehört auch, die Finanzierung der Stiftung stärker auf Spenden und freiwillige Beiträge umzustellen. Die Null-Zins-Politik zwingt uns dazu. Für alle Beteiligten ist es ein neues Feld, erfordert sensibles Vorgehen und Umsicht, denn klar ist: Die inhaltliche Unabhängigkeit ist keine Handelsware, sondern Gesetz.

Soweit zur Stiftung – ein erfolgreiches Jahr, das zu einem optimistischen Ausblick berechtigt. Was die gesellschaftlichen Belange angeht, war es in den Tagen vor diesem Jahreswechsel anders. „Ein mieses Jahr geht zu Ende“, höre ich und lese so Ähnliches. Erinnerungen an die Silvesternacht vor einem Jahr, an Attentate und zuletzt die Toten vom Berliner Weihnachtsmarkt werden genannt; selbst die Politiker warnen vor dieser Entwicklung.

Darin zeigt sich Hilflosigkeit. Wer, wie viele Medien, Terrorakte für „unvermeidlich“ erklärt wie Hitze im Sommer und Kälte im Winter, der verharmlost und verschiebt die Verantwortung. Nein, nicht alle Flüchtlinge sind böse und auch nicht einige „Unvermeidliche“. Differenzierung der Fluchtursachen und Identifizierung der Zuwanderer ist notwendiger denn je. Es darf nicht sein, dass die großzügige Öffnung Deutschlands für Flüchtlinge dazu führt, dass das Land Rückzugsort für Straftäter mit islamistischem oder wie auch immer geartetem Hintergrund wird. Es fehlt auch ein angemessener Umgang mit den Sympathisanten des Terrors. Der Entzug dieses Unterstützerkreises war die Voraussetzung für den Erfolg der Bekämpfung der RAF. Daran sollten wir uns erinnern. Das sind die Lehren aus 2016. Es ist keine gute Bilanz.

Und 2017? – Jahreseinschnitte sind willkürliche Zeitpunkte. Strömungen und Trends kümmern sich nicht darum und lassen sich vom Kalender nicht außer Kraft setzen. Sie setzen sich tatsächlich unvermeidlich fort, es sei denn, die Gesellschaft stemmt sich dagegen. Sie verstärken sich, wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird.

Und hier sind es einige Entwicklungen, die die inhaltliche Arbeit der Stiftung unmittelbar betreffen. Die Globalisierung erscheint vielen als Bedrohung; in manchen Bereichen ist sie auf dem Rückzug. Das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU schwächt die liberalen Kräfte und stärkt umgekehrt die interventionistischen Kräfte, jene also, die an die schöpferische Kraft der Bürokratie mehr glauben als an die der Marktteilnehmer.

Der Umgang mit dem neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump ist in Deutschland seltsam hilflos und der Rolle nicht angemessen, die die USA für Deutschland spielten und weiterhin spielen werden. Gewählt ist gewählt. Seine Politik des „America First“ und die Ablehnung von Freihandelsabkommen müssten eigentlich von linken und rechten Kritikern der Globalisierung begrüßt werden. Sie bekommen jetzt, was sie sich wünschten: Eine Erschwerung der globalen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ströme und Verbindungen. Für Deutschland, das immer ein Gewinner – oder um es pointiert zu sagen: ein Täter und nicht ein Opfer – der Globalisierung war, brechen damit schwierige Zeiten an. Die Hoffnung, die freien Märkte der USA könnten durch ebensolche in China ersetzt werden, ist naiv. Sie unterschätzt die Wirkmacht der antiliberalen chinesischen Politik.

So wie mit der Ablehnung der Globalisierung ist es mit der Marktwirtschaft. Lippenbekenntnisse gibt es genug, sogar bei den Linken. Eine Entsprechung in der konkreten Politik ist nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Zu den Feinden der Marktwirtschaft auf der linken kommen die Gegner der Marktwirtschaft auf der rechten Seite des Spektrums. Marktwirtschaft steht im krassen Widerspruch zum Sozialismus nationaler, internationalistischer oder jeder sonstigen Prägung.

Das macht die Arbeit für die Ludwig-Erhard-Stiftung zu einer größeren Herausforderung: Die Mitte ist nach Jahrzehnten des Erfolgs ordnungspolitisch bequem und träge; die Ränder agieren entschieden und entschlossen. Die Stiftung wird die Herausforderungen des Jahres 2017 annehmen!

Ihnen persönlich wünsche ich ein wunderbares Jahr 2017. Hoffen wir darauf und arbeiten wir dafür, dass in einem Jahr die Ausblicke optimistischer und die Rückblicke fröhlicher ausfallen können.

Im Namen der Ludwig-Erhard-Stiftung, des Vorstands und der Mitarbeiter der Geschäftsstelle danke ich Ihnen für Ihre Unterstützung. Ohne Sie wäre diese Arbeit nicht möglich.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Roland Tichy
Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung 


Folgen Sie uns auch auf Twitter >> und Facebook >>!
unterstützen sie uns
  • Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist zur Erfüllung ihrer Aufgaben >> auf die tatkräftige und finanzielle Hilfe derer angewiesen, die sich Ludwig Erhard, seinen Ideen und seinem Werk verbunden fühlen und dazu beitragen möchten, dass Freiheit und Verantwortung des Einzelnen weiterhin bestimmende Elemente unserer Existenz bleiben. Bitte unterstützen auch Sie unsere Arbeit mit einer Spende!

  • Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Spenden sind steuerlich absetzbar.

  • Spendenkonto:
    Deutsche Bank
    IBAN: DE39 3807 0059 0027 2005 00
    BIC: DEUTDEDK380

    Bitte geben Sie im Verwendungszweck Ihre vollständige Anschrift an, damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zuschicken können.

  • Oder nutzen Sie PayPal, um zu spenden >>.          PayPal Logo
 
IMPRESSUM

Angaben gemäß § 5 TMG
Ludwig-Erhard-Stiftung e.V.
Johanniterstraße 8
53113 Bonn
Telefon: 02 28/5 39 88-0
Telefax: 02 28/5 39 88-49
E-Mail: info@ludwig-erhard-stiftung.de


Vereinsregister:
19VR3228, Amtsgericht Bonn

Vertretungsberechtigt gemäß Satzung:
Roland Tichy, Vorsitzender
Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Blum, stellvertretender Vorsitzender
Ursula Heinen-Esser, stellvertretende Vorsitzende
Oswald Metzger, stellvertretender Vorsitzender
Dr. Alexander Tesche, Schatzmeister

Inhaltlich verantwortlich (gemäß § 55 RStV):
Roland Tichy
Saalgasse 12
60311 Frankfurt am Main

Bilder:
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Sie haben sich mit folgender E-Mail-Adresse angemeldet: unknown@noemail.com
Wenn Sie zukünftig keinen Newsletter mehr erhalten möchten, klicken Sie bitte hier.